Brand 27.10.18 - Kfv Hof

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Brand 27.10.18

Bericht und Bilder: Sascha Ploss



Brand Biogasanlage Martinlamitz


In Biogasanlagen werden große Mengen an brennbaren Gasen erzeugt. Daher geht von ihnen ein hohes Gefahrenpotential aus. Um sich auf Störfälle vorzubereiten, führen die Feuerwehren in solchen Objekten Übungen durch.

Dieses Szenario wurde am Samstag Abend den 27.10.2018 unverhofft Realität, als ein Brand in einer Biogasanlage in Martinlamitz ausbrach. Beim Eintreffen der Feuerwehr stellte sich die Lage wiefolgt dar: Brand im Maschinenhaus der Anlage. Im Gebäude befand sich zudem ein 8000l Heizöltank. Die großen Fermenter waren bislang nicht betroffen, stellten jedoch eine hohe Ausbreitungsgefahr dar.

Unter Atemschutz wurde ein Löschangriff auf das Maschinenhaus gestartet. Durch Fenster, Türen und Tore konnte dies von außen erfolgen. Auch der Dachwerfer eines Großtanklöschfahrzeugs kam zum Einsatz. Anfangs wurde das Löschwasser aus einem Hydranten entnommen. Um den hohen Wasserbedarf decken zu können, wurden in der Folge noch zwei weitere Schlauchleitungen zu einem Gewässer verlegt. Für eine dritte Leitung wurde das Material auf Bereitschaft vorgehalten, um bei Bedarf schnell reagieren zu können.

Um das Risiko der Ausbreitung auf die Fermenter einzudämmen, wurden die Verbindungen abgeschiebert. Dies ergab in Kombination mit Wärmestrahlung von der Brandstelle jedoch eine Gefährdung durch Druckanstieg. Als Gegenmaßnahme musste daher kontrolliert Druck abgelassen werden. Da es sich dabei um brennbares Gas handelte, mussten weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Mit einem Hochdrucklüfter an der Austrittsöffnung wurde das Gas mit Frischluft verwirbelt, um keine explosionsfähige Atmosphäre entstehen zu lassen. Mit Messgeräten wurde die Konzentration sowohl an der Austrittsöffnung als auch an weiteren gefährdeten Punkten kontrolliert und außer unmittelbar an der Austrittsstelle schlugen die Messgeräte nicht an. Über die Leitstelle wurde versucht, eine mobile Gasfackel aufzutreiben.

Die Löscharbeiten gestalteten sich derweil mühsam. Durch die Sandwichbauweise des Daches war es schwierig zu löschen. Dies konnte in den Griff bekommen werden, indem von der Drehleiter aus das Dach mittels Motortrennschleifer geöffnet und über einen Teleskoplader angehoben wurde.

Die Feuerwehren Oberkotzau und Tauperlitz wurden zur Wachbesetzung alarmiert. Sie sollten sich einfach nur in ihren Gerätehäusern zur Bereitschaft aufhalten, um im Falle von weiteren Feuerwehreinsätzen sofort ausrücken zu können. Dies war nötig, da im Bereich Schwarzenbach an der Saale und Rehau nun kaum noch Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Verfügung standen, die nicht bereits an der Einsatzstelle in Martinlamitz gebunden waren.

Insgesamt waren von den Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei und THW rund 150 Kräfte im Einsatz. Das THW stellte die Verpflegung des Personals mit Getränken und heißen Würstchen sicher.
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