Kommandantenversammlung

In Oberkotzau kamen am Sonntag die Führungskräfte der Feuerwehren des Landkreises Hof zur diesjährigen Frühjahrskommandanten- und Verbandsversammlung zusammen.

Kreisbrandrat Marco Kolbinger zog eine gemischte Bilanz für das vergangene Jahr. Zwar sank die Gesamtzahl der Einsätze leicht auf 2.710 Alarmierungen und damit 95 weniger als im Vorjahr, doch die Komplexität und Dauer der Einsätze forderte die ehrenamtlichen Kräfte mehr denn je: Insgesamt wurden 36.725 Einsatzstunden geleistet, was einer Steigerung um fast 2.800 Stunden entspricht. Im Durchschnitt rückten die Feuerwehren im Landkreis alle 3,2 Stunden aus.

Besonders prägend waren im Jahr 2025 mehrere große Einsätze. Der Brand eines Recyclingbetriebs in Gattendorf, bei dem rund 400 Einsatzkräfte und 3 Millionen Liter Löschwasser nötig waren, um die enorme Brandlast unter Kontrolle zu bringen. Außerdem große Brände landwirtschaftlicher Anwesen in Almbranz und Schottenhammer, bei denen durch schnelles Eingreifen Wohngebäude gerettet werden konnten. Zudem wurde ein schwerer Verkehrsunfall in der Silvesternacht thematisiert, der die Einsatzkräfte auch emotional besonders forderte, da ein Kollege der Blaulichtfamilie verstarb.

Es gab mehrere Veränderungen in der Führungsriege. Kreisbrandinspektor Rolf Hornfischer und Kreisbrandmeister Hans Münzer legten ihre Ämter zum Jahreswechsel nieder. Matthias Diezel stellte sich als neuer Kreisbrandinspektor und Maximilian Schaller als neuer Kreisbrandmeister vor.

Trotz des demografischen Wandels bleiben die Mitgliederzahlen mit 3.902 aktiven Einsatzkräften stabil. Besonders erfreulich ist, dass es mittlerweile im Landkreis 21 Kinderfeuerwehren mit 447 Kindern gibt. Für das Jahr 2026 ist geplant in Helmbrechts den ersten Kreiskinderfeuerwehrtag abzuhalten.

Die Ausbildung im Landkreis Hof ist auf einem Rekordniveau. Im Jahr 2025 wurden 80 Lehrgänge durchgeführt an denen 1.044 Teilnehmer erfolgreich teilnahmen. Das bisherige Verwaltungsportal wurde durch ein hausintern entwickeltes, einfacheres System ersetzt, das von den Kommandanten bereits sehr positiv aufgenommen wurde. Der Fahrsimulator für Einsatzfahrten der Versicherungskammer Bayern war bei der Feuerwehr der Stadt Hof. Hier konnten auch zahlreiche Aktive aus den Landkreiswehren teilnehmen.

Markus Hannweber, Leiter der Integrierten Leitstelle Hochfranken, kündigte die Einführung einer Online-Plattform zur Übungsanmeldung an, um den Verwaltungsaufwand für die Wehren zu vereinfachen. Sorgen bereiten der Leitstelle hingegen die rund 15.800 Fehlanrufe durch Handys in Hosentaschen, die wertvolle Kapazitäten binden. Diese Anrufe könnten auch nicht einfach beendet werden, da es sich immer dennoch um eine Notfall handeln kann.

Der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Uwe Peetz war wieder einmal auf der Versammlung zu Gast und berichtete über ein Pilotprojekt zur bayernweiten Sammelbeschaffung von Löschfahrzeugen. Ziel ist es, durch eine Sammelbeschaffung identischer Fahrzeuge Kosten zu senken und die Kommunen bei der Ausschreibung massiv zu entlasten. Zudem sprach er sich strikt gegen eine Verlängerung der Hilfsfristen auf 14 Minuten aus, um den Fortbestand kleinerer Ortsfeuerwehren nicht zu gefährden.

Der Kreisfeuerwehrverband plant die Anschaffung eines neuen Brandsimulators. Dafür fallen Anschaffungskosten in Höhe von rund 25.000 Euro an, von denen voraussichtlich 21.000 Euro durch Sponsoren übernommen werden.

Mehrere besondere Führungsdienstgrade wurden für ihre langjährigen Verdienste geehrt. Kreisbrandmeister Wolfgang Bessert erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Kreisbrandmeister Jürgen Günther wurde mit dem bayerischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold geehrt. Kreisbrandinspektor Reinhard Schneider erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

Für sein überdurchschnittliches Engagement für die Belange der Feuerwehren wurde Landrat Dr. Oliver Bär mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Sie ist eine seltene Auszeichnung für Personen, die nicht selbst aktiven Dienst leisten.