Großer Abschied für Wolfgang Bessert

Der Kreisbrandmeister hat in 25 Jahren 3500 Feuerwehrleute ausgebildet. Nun wurde er zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt.

Sparneck Das ähnelte einem großen Zapfenstreich. Als Wolfgang Bessert an seinem letzten Tag als Kreisbrandmeister um die Ecke kam, staunte der 64-Jährige nicht schlecht. Zu seiner Verabschiedung kamen viele Menschen zum Sparnecker Rathaus. „Sowas hat man lange nicht gesehen“, stellte Bürgermeister Daniel Schreiner fest. Nicht nur seine beiden Bürgermeisterkollegen Pascal Danzer (Zell) und Thomas Seiler (Weißdorf) waren zur Verabschiedung gekommen. Auch Oliver Bär „wollte unbedingt dabei sein, wenn so ein bedeutender Feuerwehrfunktionär den Staffelstab weiterreicht“, betonte der Landrat.

25 Jahre für die Ausbildung gelebt

Wolfgang Bessert sah sein Lebenswerk mit Tränen in den Augen bestätigt: „Mein Steckenpferd war 25 Jahre lang die Ausbildung. Nur so kann die Feuerwehr Zukunft haben“, blickte der Kreisbrandmeister selbst am letzten Tag noch nach vorne. Mit dieser Zuversicht und Lebensfreude hat Wolfgang Bessert alle Einsatzkräfte angesteckt. Unglaublich: „Ich habe 3.500 Kameraden ausgebildet. Besonders am Herzen lag mir immer der Sprechfunk, weil der für die Lebensrettung und das schnelle Handeln mit am wichtigsten ist.“ Der Sparnecker Gemeinderat applaudierte parteiübergreifend.

Die Einigkeit, die Wolfgang Bessert ein Vierteljahrhundert vorgelebt hat, sie war in diesem Moment zum Greifen nah. Und so war es wenig verwunderlich, dass man selbst dem Kreisbrandrat Marco Kolbinger in diesem Augenblick anmerkte, dass diese Rede all seine Kraft fordern würde. In der Feuerwehrgeschichte steht Wolfgang Bessert demnach ganz weit oben, wenn es um die Kriterien Fachkompetenz, Organisationsgeschick, Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein geht. Marco Kolbinger sprach aus, was alle Helfer so an Wolfgang lieben: „Sein ruhiger und kollegialer Führungsstil im Sinne der Kameradschaft wurde allseits geschätzt.“

Zweimal entführten die Sparnecker Kameraden den Feuerwehr-Cup aus Berg ins Fichtelgebirge. Das war für Wolfgang Bessert ein ebensolches Highlight wie das Feuerwehrkreuz in Gold, das eigentlich nicht mehr übertroffen werden kann. Doch alle Gratulanten waren sich einig, dass dieses Lebenswerk von Wolfgang Bessert zum Abschied noch eine ganz besondere Würdigung verdient hatte: „Ihr Feuerwehrleute schenkt uns Sicherheit und sorgt im Hintergrund dafür, dass euer Netzwerk im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Das tut ihr rund um die Uhr“, stellte Landrat Oliver Bär voran und überraschte dann: „Wir ernennen Wolfgang Bessert heute zum Ehrenbrandmeister!“

Marion Bessert erhält Ehrenamtspreis

Bemerkenswert: Ehegattin Marion Bessert hat ihrem Mann nicht nur den Rücken gestärkt. Die Powerfrau hat sich als Vorsitzende der Bürgerstiftung Sparneck für die Förderung der Jugend- und Altenhilfe, öffentlicher Gesundheitspflege, Kunst und Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege, aber auch für die Erziehung und Bildung, den Naturschutz und das Wohlfahrtswesen in der Marktgemeinde stark gemacht. Marion würdigte man mit dem Ehrenamtspreis 2026.

Das ist der Nachfolger

Und wie heißt der Neue? Kreisbrandrat Marco Kolbinger stellte vor: „Der Nachfolger von Wolfgang Bessert heißt Michael Lauterbach. Er ist aktiv bei der Feuerwehr Zell. Dort war er 18 Jahre Kommandant und er ist aktuell im Kreisverband verantwortlicher Ausbilder im Bereich Absturzsicherung.“

Bevor es im Anschluss für Wolfgang Bessert noch einen Empfang im Feuerwehrhaus in Sparneck gab, blickte Bürgermeister Daniel Schreiner in die Zukunft. „Wir sind einen Stück des Weges gemeinsam gegangen und ich bin stolz darauf, mit dir marschieren zu dürfen. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam im kommenden Jahr die oberste Ausbildungsstufe absolvieren“, kündigte Daniel Schreiner an.

Das Schlusswort passte perfekt zum Abschied von Wolfgang Bessert, dessen Antrieb stets war, sich und die Feuerwehr kontinuierlich zu verbessern.


Text: Frankenpost.de

Bilder: Andreas Hentschel